Gold: Das ist (k)eine Überraschung!

Marktteilnehmer sind sich in vielen Dingen nicht einig. Dazu gehört auch die Einschätzung von Gold. Für die Einen, ein wichtiger Bestandteil eines gut ausbalancierten Depots, für die Anderen, darunter auch Warren Buffett, eine „unproduktive Wertanlage“, die weder Zinsen noch Dividenden generiert. Nun hat der Branchenverband World Gold Council versucht, etwas Werbung für das gelbe Edelmetall zu machen

Als Branchenvertretung ist es keine große Überraschung, auf welcher Seite der World Gold Council steht. Trotzdem gilt es natürlich, sich die Argumente einmal näher anzusehen. Darunter werden vor allem vier Argumente genannt. Zunächst einmal würde Gold auf lange Sicht positive Renditen generieren. Darüber hinaus sei Gold ein gutes Mittel, um Diversifikation zu betreiben und Verluste in schwierigen Marktphasen abzufedern. Außerdem sei der Goldmarkt sehr liquide, so dass Edelmetallinvestoren relativ schnell an benötigtes Geld kommen. Zu guter Letzt wird darauf verwiesen, dass Gold die Portfolio-Performance insgesamt verbessern kann.

Positive Renditen

Der World Gold Council verweist darauf, dass der Goldpreis in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen ist. Seit 1971, nach dem Ende des Goldstandards, hat sich die Feinunze pro Jahr im Schnitt um 10 Prozent verteuert. Für diese Zeit könne sich die Performance mit derjenigen von Aktien messen lassen und ist sogar besser als im Fall von Anleihen. Zudem habe Gold die Inflation geschlagen und erfüllt somit seine Aufgabe als Absicherung gegen Preissteigerungen.

Damit würde Gold ein sehr gutes Wertaufbewahrungsmittel abgeben, das solide Renditen in guten und schlechten wirtschaftlichen Zeiten generieren würde. Ein Grund dafür sei die Vielseitigkeit des Edelmetalls. Überall auf der Welt würde es geschätzt, egal ob als Schmuck oder beim Einsatz in der Industrie, insbesondere im Elektronikbereich.

Diversifikation

Laut dem World Gold Council ist es gar nicht so einfach, die in der Anlegergemeinde vielfach beschworene Diversifikation zu betreiben, da viele Investments stark miteinander korrelieren würden. Dies gelte insbesondere in Zeiten von Marktturbulenzen. Im Gegensatz dazu würde die negative Korrelation von Gold gegenüber Aktien und anderen riskanten Anlagen zunehmen, wenn diese Anlagen verstärkt ausverkauft werden. Dazu wird zum Beispiel auf die jüngste Finanzkrise 2008 verwiesen:

Während Aktien, Hedgefonds, Immobilien und die meisten Rohstoffe deutlich an Wert einbüßten legten die Goldpreise zwischen Dezember 2008 und Dezember 2009 um rund 51 Prozent zu. Diese gute Performance würde daran liegen, dass Gold in schwierigen Zeiten verstärkt nachgefragt wird.

Als besonders wichtig wird der Umstand angesehen, dass Gold auch in turbulenten Marktphasen bei Geldbedarf schnell und einfach verkauft werden kann, während dies bei anderen Anlagen schwierig wird, da diese in solchen Situationen häufig zu niedrig bewertet werden und unter Wert verkauft werden müssen.

Liquidität

Der World Gold Council verweist darauf, dass der Goldmarkt global, groß und hochliquide sei. Der Wert des von Investoren und Notenbanken gehaltenen Goldes wird auf etwa 3,7 Billionen US-Dollar geschätzt. Hinzu kämen noch rund 900 Mrd. US-Dollar, die der Handel mit Goldderivaten und der außerbörsliche Handel generieren würden. Demnach sei der Goldmarkt liquider als viele andere Märkte.

Als Beispiele werden Bundesanleihen, das Währungspaar Euro/Yen oder der Dow Jones Industrial Average genannt, während die Handelsvolumina in etwa denjenigen des S&P 500 entsprechen würden. Besonders wichtig sei der Umstand, dass diese Liquidität auch in schwierigen Marktphasen nicht austrocknet.

Verbesserte Portfolio-Performance

Positive Renditen, Diversifikation und eine hohe Liquidität würden die gesamte Portfolio-Performance verbessern. Auf diese Weise würde sich die Performance durch Beigabe von Gold verbessern lassen, ohne dabei ein höheres Risiko in Kauf nehmen zu müssen.

Im konkreten Fall wurde die verbesserte Performance von US-Pensionsfonds untersucht. Als Rückschluss auf Anlegerportfolios wird eine Goldbeimischung von 2 bis 10 Prozent als renditefördernd angesehen. Die positive Wirkung wird Gold sogar dann zugeschrieben, wenn die jährlichen Preissteigerungen im Schnitt bei 2 bis 4 Prozent liegen sollten. In der Vergangenheit lagen diese jedoch deutlich höher.

In diesem Sinne, take care, Euer Goldfinger

 

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG